Odilienberg im Elsaß

 Fotos: Monika Auer • Raum.Coach

Mont Sainte Odile

Der Odilienberg, ca. eine halbe Autostunde südwestlich von Straßburg am Ostrand der Vogesen, ist einer der für mich ganz besonderen und kraftvollen Orte der Welt. Er ist Seele und heiliger Berg des Elsaß, liegt quasi mitten im Herzen Europas und stellt ein sehr starkes Kraftzentrum dar. 

Du kannst dort unzählige Kraftorte für dich entdecken und wirst vielleicht, ähnlich wie ich (immer wieder) feststellen, dass ein einziges Wochenende für diesen Ort nicht ausreicht. 

Prähistorische Bauwerke, wie die 11km lange geheimnisvolle Heidenmauer, Quellen, machtvolle Klöster, magische Heilfelsen und kraftvolle Bäume warten förmlich nur darauf, ihre Kraft und Magie mit dir zu teilen und dir die ein oder andere Geschichte über diesen mystischen Ort zu erzählen. 

Schon bei der Anreise an den Mont St. Odile kannst du am Wegesrand idyllische Bachläufe und meditierfreudige Bäume finden. Wenn du mit dem Auto kommst, wird dich das Kloster Hohenbourg auf dem Gipfel des Mont Sainte Odile in Empfang nehmen. 

Das Kloster Hohenbourg auf dem Odilienberg

Das Kloster Hohenbourg liegt auf einem  markanten Felssporn. Es ist zu vermuten, dass an dieser Stelle bereits zuvor eine zentrale Kultstätte lag. 680 gründete die heilige Odilie an dieser Stelle ihr Kloster. Der zuvor Altitona genannte Berg, ist seither als Mont Sainte Odile bekannt. Auf der Turmspitze steht eine Statue der Namensgeberin und hält segnend und schützend ihre Hand über das umliegende elsässische Land.

Foto Kloster Hohenbourg, Mont Sainte Odile: Monika Auer • Raum.Coach, März 2019

Klosterkirche

Seit 1931 findet hier, als Dank für die Verschonung des Ortes im Krieg ein fortdauerndes Gebet statt. Immer zwei Menschen aus den umliegenden Dörfern halten das Dauergebet aufrecht.

Kreuzkapelle, Chapelle St. Croix oder auch Kapelle von Johannes dem Täufer

Die Chapelle St. Croix (Kreuzkapelle) ist wohl der älteste noch bestehende Teil des Klosters. Sie stammt aus dem 11. Jahrhundert.
Eine auffällige Mittelsäule mit hübsch ausgearbeitetem Würfelkapitell trägt das mittelalterliche Kreuzgewölbe dieses heiligen Raums. An dieser Stelle soll sich auch die Lebensquelle des Odilienberg tief im Berg befinden.

Im vorderen Bereich der Chapelle du St. Croix (dt.: Kreuzkapelle) steht ein merowingischer Steinsarkophag, in dem der Vater der heiligen Odilie, Adalrich oder Adalric (frz.: Eticho) bestattet sein soll. 

Die Grabkapelle, Chapelle du Tombeau

In der an die Kreuzkapelle angrenzenden Chapelle du Tombeau ruhen, angeblich an ihrer Sterbestelle, die Gebeine der heiligen Odilie in einem Steinsarkophag aus dem 8. Jh. 

Hinteres Klosterplateau

Auf dem hinteren Klosterplateau befinden sich gleich mehrere Kraftorte des Odilienberges dicht gedrängt:

Die Engelskapelle mit einer Darstellung des Mont St. Michel in der Bretagne. Die Tränenkapelle, in deren Zentrum ein Schalenstein zu sehen ist, durch ein kleines Gitter abgedeckt. Wundervolle Linden, von denen eine dich auch gerne in Ihr Inneres aufnimmt, wenn du möchtest, sowie in den Fels gehauene Sargnischen, die sogenannten Merowingergräber.

Ganz zu schweigen von dem wunderschönen Ausblick!

 Foto Engelskapelle mit einer der Linden: Monika Auer • Raum.Coach März 2019

Lourdesgrotte unter dem Kloster 

Fast direkt unter dem Turm, auf dessen Spitze Odilia schützend ihre Hand über den Mont Sainte Odile aushält, befindet sich eine Marienstatue mit kleiner Lourdes-Grotte. Du erreichst diese ruhige und eher weniger besuchte Stelle, wenn du die ersten Treppen vom Kloster Richtung Odilienquelle hinabsteigst und dich dann entlang der hohen Felsen des Odilienberg hältst.

Die Quelle der heiligen Odilia

Wenn du die Stufen weiter hinabsteigst, erreichst du ein gutes Stück unterhalb des Klosters die aus einer Felsgrotte plätschernde Odilienquelle.

Ein Schild weist auf die Sage hin, nach der die heilige Odilia auf ihrem Weg zurück zum Kloster einen von Müdigkeit und Durst geschwächten Leprakranken liegen sah. Weil sie nicht wusste, wie sie dem Kranken helfen sollte, schlug sie mit ihrem Wanderstab auf den Fels, an dem dieser lehnte. In diesem Moment soll die klare Wunderquelle aus dem Fels entsprungen sein. Die darauf benannte Odilienquelle wird noch heute von Gläubigen zur Heilung von Augenleiden aufgesucht.

 Foto Odilienquelle: Monika Auer • Raum.Coach, März 2019

Die geheimnisvolle Heidenmauer auf dem Odilienberg

Der Odilienberg war vermutlich bereits im Neolithikum (5.000-1.800 v.Chr.), sicher aber seit der Bronzezeit (2.200-800 v.Chr.) besiedelt. Es wird vermutet, dass der Bereich als eine Art befestigte Zuflucht vor Eindringlingen gebaut wurde. Die über 10 Kilometer lange sogenannte Heidenmauer ist in weiten Teilen vorhanden und erreicht noch heute an manchen Stellen eine Höhe von 3 Metern und eine Breite von 2 Metern.

Sie umfasst eine Fläche von über 100 Hektar rund um den Odilienberg.

 Foto Heidenmauer: Monika Auer • Raum.Coach, März 2019

Zwei Quermauern, die sogenannten Traversalen, unterteilen den heiligen Bereich innerhalb der Mauer in drei Teile mit ganz unterschiedlichen Qualitäten.

Mittlerer Bereich der Heidenmauer

Den Hauptteil des mittleren Mauerbezirks habe ich dir mit dem Kloster und den es umgebenden Kraftorten bereits vorgestellt. Besonders auffällig sind in diesem Bereich auch die besondren Felsformationen, besonders auf dem Bergrücken vor dem Kloster, oberhalb der Parkplätze. Der Beckenfels ist wohl der bekanntestes von ihnen.

Der Beckenfels

Ein kurzes Stück südwestlich des Klosters im Wald findest du den sogenannten Beckenfelsen. Seinen Namen verdankt er einer großen Einkerbung, einer Art Becken, oben auf dem höheren der beiden Felsen. Das erhabene Gefühl, das dort oben wartet, hat mich beim Hochklettern, aufgrund meiner geringen Kletterkünste, ein paar Schürfwunden gekostet. Überlege dir also gut, ob es dir das wert ist!

Klettern natürlich auf eigene Gefahr!

 Foto Beckenfels: Monika Auer • Raum.Coach, Sept. 2010

Nördliche Heidenmauer und Hagelschloss

Im nördlichen oder eigentlich nord-östlichen Bereich des Heiligen Bezirks geht es deutlich ruhiger zu, als in der belebten Mitte des Odilienberg. Nur wenige Besucher wandern über den Stollhafen an der nördlichen Traversale oder gar ganz bis zum Hagelschloss hinaus.

Das Hagelschloss gilt als männlicher Gegenpol zum Hexentanzplatz bzw. Feenplateau mit sehr klaren weiblichen Energien.

Hagelschloss

Das Hagelschloss teilt sich in zwei Teile. Von der nord-westlichen Ecke des Heiligen Bezirks aus erreichst du zuerst den östlichen Teil der ehemaligen Burg. Hier findest du interessante Bäume (v.a im Nordosten) und auch ein kleines Felsplateau, das zum Picknick einlädt.

Der West-Teil der Burg lässt sich nur mühsam erklettern. Achtung! Nur bei trockenen Wetterverhältnissen, Schwindelfreiheit, Trittsicherheit und ausreichend Übung! Es sind dort keine Wege ausgezeichnet, die Ruine gilt als einsturzgefährdet und ein Begehen und Erklettern erfolgt auf eigenes Risiko und eigene Gefahr!

Wenn du dir das anstrengende Besichtigen der Ruine sparen möchtest, findest du hier einige Fotos. Das spart dir die Klettermühe. Der schöne Mauerbogen lässt sich ohnehin besser vom Pfad unterhalb des Hagelschlosses betrachten.

Feenplateau außerhalb der Mauer

Das Feenplateau befindet sich außerhalb des eigentlichen Heiligen Bereichs der Heidenmauer, kurz vor einer niedrigen Abbruchkante im Gelände.

Nach dem Porte Nord passierst du einen ehemals sehr beeindruckenden Baum (leider wurde ihm ein charaktergebender Ast entfernt) am Wechsel vom eher neutralen Gebiet nach der Mauer in den feenhaften Bereich des  sogenannten Hexentanzplatzes. 

Am Hexentanzplatz findest du neben diversen Beckensteinen, den berühmten Schmetterlingsstein. Wenn du möchtest, lege dich einmal hinein und erspüre seine besondere Energie.

Foto Schmetterlingsfels am Hexentanzplatz: Monika Auer • Raum.Coach, Sept. 2010

Südlicher Teil mit Druidengrotte und Wachtstein

Das Massiv des Odilienberg wird im Süden von verschiedenen waldfreien Buntsandsteinfelsen begrenzt, wie dem Schafstein, dem Wachstein und dem Maennelstein. Du findest in diesem Bereich aber auch die mystische Druidengrotte und die sogenannten Merowingergräber im Wald.

Merowinger-Gräber 

In einer westlichen Ausbuchtung des südlichen Mauerbezirks liegen zwei der sogenannten Merowingergräber. Eine von der Grabtheorie abweichende These vermutet, dass es sich hierbei um Reste eines Initiationsritus handeln könnte, wie er auch in Äqypten vermutet wird.

Druidengrotte, Grotte des Druides

Die Druidengrotte ist einer der bekanntesten Kraftplätze auf dem Odilienberg und entsprechend gerne besucht. Manch eine/r verbringt hier auch schon mal meditierend eine Nacht im Wald. 

Wenn dir der Trubel um die Druidengrotte zu viel ist, kann ich dir die Höhlen und Felsüberhänge in ihrer unmittelbaren Nähe ans Herz legen. Das kraftvolle Gebiet an und um die Druidengrotte solltest du auf jeden Fall bei einem Besuch am Odilienberg mit einplanen, sofern du es noch nicht bereits kennst.

Foto Druidengrotte: Monika Auer • Raum.Coach, März 2019

Schafstein, Wachtstein, Maennelstein

Am südlichen Berghang des Bloss liegen die markanten Felsen Schafstein, Wachtstein und Maennelstein. Während der Wachtstein wie ein Wächter etwas ausserhalb der Mauer steht, durch einen kurzen Mauerabzweig aber mit ihr verbunden, bilden Schaf- und Maennelstein herausstechende Felsvorsprünge. Letzterer bietet einen weiten Blick auf die Rheinebene und das Elsass.

Meditationstipp

Viele kraftvolle Plätze gibt es auf dem Mont Sainte Odile zu entdecken.

Tauche ein in die Mystik des Ortes, in seine lange Geschichte und die verschiedenen Kulte, die alle die besondere Macht dieses Kraftortes nutzten!

 

Kraftorte in der Nähe?!

klicke hier >>

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.