Heiligenberg in Heidelberg

Foto: Monika Auer • Raum.Coach, 2010
 

Auf dem Heiligenberg nördlich der Altstadt Heidelbergs tummeln sich Bauwerke unterschiedlicher Epochen.

Zwei Klöster, eine Thingstätte, eine Keltenschanze, Reste eines römischen Tempels, kraftvolle Bäume und ein sogenanntes Heidenloch teilen sich das 440m hohe Buntsandstein-Plateau.

Das bietet dir auf kurzen Wegen die Möglichkeit, dort die unterschiedlichsten Energiequalitäten für dich zu entdecken und zu erforschen.

Und auch rund um den Berg gibt es den ein oder anderen kraftvollen Platz zu erkunden. 

Mit diesem Beitrag gebe ich dir einen kleinen Überblick über die wichtigsten Stätten an und auf dem Heidelberger Heiligenberg. Lass dich inspirieren und schau, welcher Ort dich anspricht und selbst von dir erfahren werden möchte.

Beginnen wir am Fuß des Heiligenbergs mit dem Philosophenweg!

 

Der Philosophenweg am Fuß des heiligen Berges

Bei den Heidelberger Touristen sehr beliebt bietet er einen herrlichen Blick über den Neckar auf die Altstadt, das Schloss und die Alte Brücke.

Foto: Monika Auer • Raum.Coach, 2013
 

Zwischen den teilweise mediterranen Bepflanzungen lässt es sich entspannt flanieren. Ganz, wie die alten Philosophen einst. In der Hauptsaison solltest du mit größeren Menschenmassen rechnen, aber ausserhalb der Saison und etwas abseits der Hauptwege findest du hübsche versteckte Plätze für Picknick und Meditation.

Wenn du etwas mehr Zeit zur Verfügung hast, lohnt es sich, den Philosophenweg bis zum Ende zu laufen und auf den Engelswiesen (z.B. vor dem Abstieg über die Hirschgasse) deine Flügel auszubreiten und dich vom Flanieren zu entspannen. 

 

Der Bismarckturm

Etwas oberhalb des Philosophenwegs am Südhang des Heiligenbergs steht der 1903 ursprünglich als Feuersäule errichtete Bismarckturm, auch Bismarcksäule genannt. Im Innern des Turms kannst du nach oben steigen und eine weitere Aussicht über Heidelbergs Altstadt genießen.

In den ersten Jahren nach dem Bau des Turms fanden zur Sommersonnenwende am 21. Juni noch regelmäßig Fackelwanderungen zum Turm statt und die an der Turmspitze sitzende Feuerschale wurde dabei festlich entzündet. Das muss ein schöner Anblick gewesen sein.

Foto: Monika Auer • Raum.Coach, 2007

 

Keltenschanze/doppelte Ringwallanlage

Bereits 5.000 Jahre v. Chr. Haben erste Besiedlungen ihre Spuren auf dem Heiligenberg hinterlassen. Gegen 1.200 v. Chr. entstand dann eine erste zusammenhängende Siedlung, die weit über den inneren Ringwall hinausgereicht haben soll. 

Um 480-280 v. Chr. herum, erhielt die keltische Höhensiedlung ihre größte Ausdehnung und auch die mächtige Doppelwallanlage, die um die beiden Bergkuppen herum führt, wurde errichtet.

Große Teile der Wallanlage kannst du heute noch auf dem Heiligenberg erkennen. Ich finde gerade den Bereich um das Michaelskloster mit seinen Ausbuchtungen energetisch sehr interessant, insbesondere das kleine Plateau am nord-westlichen Tor des inneren Ringwalls.  

Foto: Monika Auer • Raum.Coach, 2019

 

Stephanskloster + Heiligenbergturm 

Das Stephanskloster befindet sich auf dem etwas niedrigeren, dem Heiligenberg vorgelagerten Plateau des Michelsbergs und damit etwa 65m unterhalb des eigentlichen Heiligenberg-Gipfels. 

1094 wurde das Priorat hier als Ableger des Michaelsklosters auf dem selben Berg gegründet. Es teilte im 15. und 16. Jahrhundert dann auch das Schicksal des Mutterklosters und wurde aufgehoben. 

Erst Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Klosteranlage bei Ausgrabungen entdeckt. Leider verwendete man später die Steine der Gebäude für den Bau des benachbarten Heiligenbergturms.

Dieser bietet (zur Entschädigung) einen schönen Blick in das Neckartal.

Foto: Monika Auer • Raum.Coach, 2019

 

Das Heidenloch am Heiligenberg

Vom Heidenloch geht eine eigentümliche Faszination aus. Zum einen zieht es magisch an, zum anderen ranken sich aber auch gruselige Geschichten um seine Funktion. Ob es bei der Hexenverfolgung herangezogen wurde und tatsächlich Heiden hinein gestürzt wurden ist fraglich.

Bis heute ist ungeklärt, welche Funktion das Heidenloch auf dem Heiligenberg tatsächlich inne hatte. Ein Schacht zur Wasserversorgung? Man munkelt, es soll einen Tunnel aus dem Heidenloch bis zum Neckar geben. 

Lass dich von seiner Mystik verzaubern und vielleicht bei einer Meditation in seine tiefen Geheimnisse hineinziehen.

Foto: Monika Auer • Raum.Coach, 2019

 

Die Thingstätte

Im Jahr 1935 vom Reichsarbeitsdienst der Nationalsozialisten erbaut, legt die Heidelberger Thingstätte Zeugnis darüber ab, wie geschickt die Nationalsozialisten Kraftorte für Ihre Propaganda missbraucht haben.

Der Rednerplatz der Thingstätte z.B. liegt direkt über einem sehr kraftvollen Punkt. Stell dich einmal an diesen Platz und spüre hinein, wenn du magst.

Und wenn du dich traust, halte eine kleine Rede von dort. Man wird dich in den oberen Rängen noch gut hören können. Durch die besondere Bauart der Thingstätte herrscht eine einzigartige Akustik am Südhang des Heiligenbergs. 🙂

Foto: Monika Auer • Raum.Coach
 

Ich durfte vor einigen Jahren bei einem gemeinschaftlichen Chorprojekt auf der Bühne der Thingstätte Carl Orffs Carmina Burana mitsingen und bekomme noch heute eine Gänsehaut, wenn ich mich an den Klang und die mächtige Akustik in diesen Mauern erinnere.

 

Michaelskloster und ehemaliger Merkurtempel

Die Krönung des Heiligenbergs bildet das auf dem Gipfel stehende Michaelskloster. Es wurde an der Stelle eines keltischen und später auch römischen Totenkults während des 11. Jahrhunderts als Lorscher Tochterkloster gegründet und in der Form ausgebaut, in der es im Grunde heute noch als Ruine besteht. 

1265 wird das Kloster dann von Prämonstratensern besiedelt und im 16. Jahrhundert, wie auch das oben genannte Stephanskloster, aufgehoben. 

Heute sind nur noch die Grundmauern von Kirche und Konventsgebäuden bis in ca. ein Meter Höhe erhalten oder wieder aufgebaut. Besonders schön ist der Bereich des Kreuzgangs und der Blick von einem der beiden achteckigen Türme auf das gesamte Areal und in die Rheinebene.

Foto: Monika Auer • Raum.Coach, 2007
 

Im Mittelschiff der ehemaligen Kirche wurde der Grundriss des römischen Merkurheiligtums, das vorher an dieser Stelle stand, durch Pflasterung am Boden gekennzeichnet. In der Krypta der Michaelskirche fand man den Sockel einer Merkurstatue aus dem 2. Jahrhundert nach Christus, der die Nutzung als römische Tempelstätte belegt.

 

Meditationstipps:

Schon rund um den Heiligenberg bieten sich dir die vielfältigsten Möglichkeiten, kraftvolle Orte zu erkunden und Meditationsplätze für dich zu finden. Zieh dich in eines der Gärtchen am Philosophenweg zurück, blicke auf einem der Türme in die Weite, umarme einen der kraftvollen Bäume, z.B. in einem der Eichenhaine beim Aufstieg oder picknicke im Fuchsrondell am äußeren Ringwall. 

Spätestens auf dem Berg selbst wirst du garantiert ein Plätzchen finden, das nach dir ruft. Gemütlich und erdverbunden in der Krypta der Michaelsbasilika, zurückgezogen in den Resten des Kreuzgangs und der angrenzenden Räume, unter einem der mächtigen schattigen Bäume auf dem Gipfel oder auf einem der Ränge in der machtvollen Thingstätte. 

Lass dich dorthin treiben, wohin dein Herz dich führt!

Ich wünsche dir ganz viel Freude dabei!

 

Weitere Infos:

Hintergrundinformationen und Infoseiten im Netz:

 

Monika Auer • Raum.Coach, Stand Mai 2019

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